Schreiberlebnis zwischen Stammeskunst und Moderne
Zwischen Bänken und Beton blitzten in der Kunsthalle Lindenthal an der Aachener Straße in Köln dunkle Skulpturen und bunte Bilder auf. Der Kontrast machte neugierig. Mit Stift und Papier wagten wir schreibwütigen Frauen uns in die Halle hinein. Die farbenfrohe Bilderausstellung des russischen Künstlerpaares Djoma und Michail Kudinow bot zusammen mit den afrikanischen Skulpturen des befreundeten Paares Klein eine perfekte Umgebung für kreative Schreibergüsse. Wie Kunstsammler Michael Klein verriet und alle ahnten, hat die Sammlung afrikanischer Stammeskunst seine russischen Freunde zu einigen Werken inspiriert. Ebenso haben einzelne Bilder die vor Ort entstandenen Texte stark beeinflusst. Beim Erschreiben einzelner Kunstwerke erfuhren wir Geschichten ihrer gastfreundlichen Sammler und Erschaffer und erspürten wir uns selbst. Die Ausstellungsstücke und die gesamte Ausstellung gewannen so auf dem zweiten Blick noch mehr an Faszination. Wie gut, dass beide Künstler wiederkommen wollen!
Beim Schreibevent entstanden zu Djoma Kudinows Bild „Weiße Nacht:
HEIMKEHR
Sorgenvoll
dein Blick ins Feuer
Schon so lange
ist er fort.
Er sucht dich
im weißen Licht
Deine Schatten
sieht er nicht.
Flügelfrau
er ist nicht dort
Ob Mensch, ob Wolf
er hält sein Wort.
zu Djoma Kudinows Bild „Weiße Nacht
