Muttertagsgedicht

Die Kerze auf dem Tisch

Flackert und brennt. Die Flamme 

hell und wohlgeformt,

lebendig wie du.

Ich seh deine Augen,

voll Hoffnung und Leid.

Gehofft hast du

auf deine Kinder.

Du liebtest Schönheit.

Durch meine Augen siehst du

die Tulpe im Garten,

das Spiel der Kinder.

Heut ist Muttertag, für dich:

Die Kerze auf dem Tisch.

Du bist bei mir, in mir,

nicht heute, immer!

(Text: Jannechie, Foto: Pixabay)

Mutmach-Lyrik über Demenz und die Suche nach Würde

INTERVIEW. In ihrem Buch „Bedingungslos“ verwandelt Autorin Brigitte Tuchborn die letzten Jahre mit ihrer demenziell erkrankten Mutter in poetische Miniaturen voller Zärtlichkeit, Schmerz und Erkenntnis. Im Gespräch erzählt sie, wie Schreiben für sie zum Anker wurde – ein Weg, Trauer zu verwandeln, Nähe neu zu entdecken und das Schweigen der Krankheit in Sprache zu übersetzen.

Jannechie: Regelmäßig „musstest“ du aus der Gedichtsammlung vorlesen, an der du die letzten Jahre im Schreibcafee gearbeitet hast. Wir anderen aus der Gruppe hingen dabei begeistert an deinen Lippen. Die Rede ist von „Bedingungslos“, einer gut strukturierten Sammlung von Miniaturen. Sie fassen die letzten Jahre deiner demenziell erkrankten Mutter in Worte. Warum hast du dieses Buch geschrieben, wie kam es dazu?

Brigitte: Als ich bemerkte, eher spürte, dass sich meine Mutter demenziell verändert, war ich überfordert. Mein Leben war anstrengend, schön doch anstrengend, in dem ich kaum für eine gesunde Mutter auf Distanz Zeit hatte. Und dann wurde sie krank. Ich wusste nicht wo ich mich lassen konnte, mit meinen Fragen, Sorgen und Ängsten. Durfte ich wütend sein auf diese Frau, die es mir und uns beiden schwer gemacht hatte, und mit der ich plötzlich nicht mehr auf Augenhöhe war? Brachte ich mich genug ein, wobei ich ihren Erwartungen eh nie gerecht wurde? Wohin mit mir, wenn ich nachts wach lag, da ich sie telefonisch nicht erreicht hatte, und die Schreckensszenarien durch mein Bett spazierten?
Schreiben half, assoziatives Schreiben, hemmungslos und unzensiert.
Irgendwann fing ich an zu verdichten, für mich die Essenz zu finden, die passenden Worte, entdeckte einen roten Faden, und vor allem einen Sinn. Und konnte mich darüber anderen mitteilen.

Jannechie: Ich kann mir vorstellen, dass der Entstehungsprozess sehr schmerzhaft für dich war, schließlich handelt es sich um eine fortschreitende Krankheit, an der deine Mutter letztlich gestorben ist. Was hat dich motiviert, weiter dran zu bleiben? Und was hat es dir persönlich gebracht? Würdest du diesen Schreibprozess auch anderen empfehlen, die sich in ähnlichen Lebenslagen befinden?

Brigitte: Ohne das Schreiben hätte es mich zerrissen. Wenn ich meine Mutter besuchte, hielt ich auf dem Rückweg an, oft beim Kloster Maria Laach, wo ich am Brunnen in der Gärtnerei saß, und schrieb. Das war unglaublich erleichternd und befreiend. Die Probleme waren nicht weg, meine Verzweiflung fand Worte, die einiges klärten. Prioritäten wurden Klar, Blickwechsel waren auf dem Papier möglich.

Für mich ist Schreiben das Mittel der Wahl, und das ist sicher einen Versuch wert.
Wichtig ist, glaube ich, etwas zu finden, was einen innehalten lässt. Das kann Schreiben sein, Bewegung, Austausch mit anderen – da gibt es kein Rezept, das findet jeder für sich.

Jannechie: Für wen hast du das Buch verfasst? 

Brigitte: Die Idee mit dem Buch kam viel später. Erst war es eine Unmenge an Material, ein Sammelsurium an Erinnerungen. Das Schreibcafee war ein guter Ort, zu sichten und zu verdichten. Ich fand Zuhörerinnen, die das freundliche Feedback verinnerlicht haben, und die mich ermutigten, weiter zu schreiben. Und dann war es deiner Hartnäckigkeit zu verdanken, mich damit zu zeigen, dass ich den nächsten Schritt wagte.

Jannechie: Wer sollte dein Buch lesen und warum? Aufgrund deines Wissens zur Poesie- und Bibliotherapie und deiner Erfahrungen aus der Pflege: Wem kann ich das Buch guten Gewissens schenken und wer sollte besser die Finger davon lassen? Warum?

Brigitte: Viele Menschen kommen auf die ein oder andere Art mit Demenz in Kontakt. Manche lassen sich von meinen Worten berühren, und finden Trost darin, und das finde ich besonders schön, dass sie mit ihren zum Teil unaussprechlichen Erfahrungen nicht alleine sind. 
Und andere finden womöglich keinen Zugang, und legen es eh dann gleich wieder aus der Hand. 

Jannechie: Wie ist die Sammlung entstanden? Magst du den Entstehungsprozess beschreiben?

Brigitte: Beim Ordnen des Materials, konnte ich verschiedene Zeiten ausmachen, aus denen dann die Kapitel entstanden. Das tat gut und war ein wichtiger Schritt. 
Leben mit Demenz ist eine geballte Ladung an Gefühlen. Kein Kontakt ist planbar, und es ist schwer, sich darauf einzulassen, und statt zu verzweifeln Gelassenheit zu üben.

Jannechie: Im Schreibcafee konnten wir nicht genug kriegen von deinen Gedichten. Magst du hier was daraus zitieren?

Brigitte: Sehr gerne! Ein wichtiges Ritual bei meinen Besuchen war, dass ich meiner Mutter die Hände badete, eincremte, die Nägel schnitt und lackierte. Vor der Demenz beschränkte sich unser Körperkontakt auf Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln. Wir hatten eine angespannte Beziehung, da brauchte ich für mich Distanz im Kontakt. Über das Ritual kamen wir uns näher, und genossen es beide.

BERÜHRUNGEN

Ich creme und massiere deine Hände,

und du lässt es geschehen

So habe ich deine Hände noch nie gesehen.

So habe ich deine Hände noch nie berührt.

Meine Finger entdecken Neuland.

Spüren behutsam alten Schwielen nach.

Glätten für den Moment Falten.

Umkreisen vorsichtig verdickte Gelenke.

hören zu vom Halten und Aushalten,

hören mit vom Zupacken und dem Griff ins Leere.

Und finden Antwort.

(Brigitte Tuchborn)

Jannechie: Danke fürs Teilen! In dem Gedicht lieferst du zusätzlich Ideen für mehr gemeinsame Quality Time. Gut, dass du diese Perlen endlich veröffentlicht hast. Warum im Selfpublishing?

Brigitte: Ganz einfach, kein Verlag war interessiert. Ich bekam nette Absagen, Lyrik ließe sich nicht verkaufen. Zu Weihnachten bekam ich einen Gedichtband geschenkt, 365 Gedichte. Für jeden Tag ein altes, irgendwie und -wo bekanntes, damit ist anscheinend Kasse zu machen. Fast nur alte Männer zu überholten Themen. Da frag ich mich, wenn die Verlage sich nicht trauen, und neue Impulse setzen, geht die alte Leier weiter. Dabei gibt es so viel zu entdecken! Ich wünschte mir einen Gedichtband mit einem Gedicht für jeden Tag, mit Rupi Kaur, Kae Tempest, Karoline Marliani und wie sie alle heißen, Gegenwartslyrik vom Feinsten!
… das war jetzt gar nicht deine Frage, oder?

Jannechie: Doch, wie ich dich verstehe, war und ist das Selfpublishing für dich ein Weg, den immer noch patriarchal geprägten Buchmarkt zu umgehen. Wenn Virginia Woolf und ihr Mann sich 1917 keine eigene Druckerpresse angeschafft hätten, würde der Lesewelt Essenzielles fehlen. Heute ist es so viel einfacher, eigene Texte zu veröffentlichen. Oh ja, ich teile deinen Wunsch und bleibe zuversichtlich, schließlich sind wir Frauen die lesende Mehrheit. 

Zurück zu deiner Lyrik, wo kann ich dein 75-seitiges Hardcover-Buch zu welchem Preis erwerben?

Brigitte: In jedem Buchladen und im Netz, das Bändchen hat eine ISBN-Nummer, über die es angefordert werden kann.
Die 16 Euro, die es kostet hat epubli festgelegt

Jannechie: Und wo finden wir weitere Gedichte und Texte von dir?

Brigitte: Das meiste in meiner Schreibtischschublade, haha.
2024 wurde ich Vierte beim Putlitzerpreis mit „himbeerrot“ . In dem Band „Visionen – unsere Heimat und unsere Welt neu denken“  bin ich auch vertreten.
Und Haikus in „eine Hand voll Glück“, da habe ich 2019 mit meiner Knastschreibgruppe an einem Wettbewerb zum Thema Glück teilgenommen

Jannechie: Was für ein Glück, Schreiben tut uns allen gut! Wer aber so eine schöne Schreibe hat, sollte unbedingt am Stift dranbleiben – was ist dein nächstes Projekt, oder gibt es sogar mehrere?

Brigitte: Einiges ist im Entstehen, noch nicht wirklich greifbar.
Doch vor allem tauche ich in das Leben und auch die Zeit meiner Großmütter ein. Sammle Geschichten und Erinnerungen, und bin fasziniert, was sich zeigt. Das will ich für meine Familie schreiben, doch wer weiß, was draus wird.

Jannechie: Wir bleiben gespannt! Herzlichen Dank, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Deine Antworten informieren, trösten, inspirieren, motivieren, wie die Texte, die ich von dir kenne.

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Haiku – mehr als ein heiterer Vers

Als ich vor Jahren in einer Schreibwerkstatt mein erstes ‚Haiku‘ schreiben sollte, ahnte ich nicht, wie sehr diese japanischen Kurzgedichte mich mal beschäftigen würden. Mit Lyrik hatte ich nie was am Hut gehabt. Nun sollte ich einen besonderen Moment in drei Sätze mit insgesamt siebzehn wohlklingenden Silben packen. Und das auch noch möglichst einfach und konkret. Wie eine Kombination aus Kreuzworträtsel und Sudoku erschien mir die Übung. Was dabei herauskam, las ich lieber nicht vor. Während manch ein Haiku der anderen Kursteilnehmer mich verzauberte, kamen meine Zeilen mir gekünstelt, dumm und langweilig vor.

Schreib drei Zeilen,


siebzehn Silben insgesamt,


im Jetzt, einfach und konkret.

Als ‚Vers mit heiter skizzierter Pointe‘ übersetzte unsere Dozentin Petra Harzheim das japanische Wort ‚Haiku‘. Im 16. Jahrhundert sei es gemäß dem Sachwörterbuch der Literaturaus dem scherzhaften Kettengedicht hervorgegangen. „Eine andere Art von Humor als bei uns Europäern“, dachte ich, behielt es aber für mich. Ob heiter oder nicht, mich überzeugte die Erklärung, wie Haiku-Übungen unser Gefühl für Sprache trainieren: „Das Zählen von Silben zwingt uns ständig abzuwägen, welches Wort in seiner Bedeutung, seiner Länge und seinem Klang am besten in die jeweilige Zeile passt.“

Auf dem Heimweg ertappte ich mich dabei, Silben zählend die Fahrbahn, das Wetter und des Nachbars Katze in Haiku-Form zu pressen. Bevor ich mir später den Mantel auszog, hielt ich die Zeilen von unterwegs in meiner China-Kladde fest. „Was stehst du da im Flur?“, rief mein Mann aus der Küche, „Komm doch rein!“ Als Antwort las ich ihm mein Haiku vor:

Regenwolkengrau:

Straßen, Autos, Katzen.

Mein Tag: Himmelblau!

Was hatte ich erwartet? Nichts Anderes als diesen irritierten, mitleidigen Blick. Mein Haiku verzauberte niemanden, nur mich. Wobei mich mehr der Schaffensprozess als Klang und Inhalt des Haiku begeisterten. Bei meinen eigenen Haiku-Versuchen ist das heute noch so. Haiku schreibend kann ich mich prima entspannen und von Grübeleien ablenken – fast immer und fast überall: Während ich im Supermarkt an der Kasse oder im Regen auf den Bus warte, während eines Waldspaziergangs oder wenn ich abends nicht einschlafen kann. Ist weder Stift noch Notebook zur Hand, trainiere ich Haiku dichtend zusätzlich mein Gedächtnis.

Die Spinne 

stürzt hinabund schaukelt

am seidenen Faden.

Was mich bei fremden Haiku fasziniert, wurde mir bewusst, als die Monatsaufgabe der Online-Schreibwerkstatt Fiction-Writing vor anderthalb Jahren verlangte, ein eigenes Haiku zu schreiben und die meiner Mitschreiberlinge zu kommentieren. „Wie machen die das?“, fragte ich mich wieder, wenn Haiku-Zeilen in meinem Kopf nach hallten. Durch das Kommentieren dieser Haiku erkannte ich deren Gemeinsamkeiten. Zum Einen waren es für mich die Interpretationsspielräume und Diskussionen darüber, die ein Haiku ‚leuchten‘ ließen. Sie verleiten den Leser zu sinnieren, zu philosophieren und zu träumen. Manch ein Haiku wird so zum Spiegel der Seele. Zum Anderen war es dieser inhaltliche Bruch inmitten einiger Haiku. Dieser Holzweg, auf den man sich beim Lesen der ersten beiden Zeilen begibt, um nach der letzten Zeile wie ein Fragezeichen dazusitzen.

Knospen platzen auf,

entfalten Schönheit und Duft,

bleiben im OP …

Wer seine Haiku – statt sie in Schubladen zu sammeln – mit Anderen teilen will , findet im Internet vielfältige Möglichkeiten. Bei Haiku-heute wird monatlich eine Auswahl eingesandter Haiku ins Netz gestellt, wobei jeder Texte einreichen kann. Nicht nur im Internet, sondern auch in einer Vierteljahreszeitschrift und in Buchform können Mitglieder der Deutsche Haiku-Gesellschaft ihre schönsten Kurzgedichte veröffentlichen lassen. Ein reger Austausch von Haiku und deren Interpretationen findet in einer Vielzahl spezieller Online-Foren statt, wobei als Beispiel die Haiku-Werkstatt des Hamburger Haiku-Verlags genannt sei.

Auf den Homepages der genannten Organisationen wie an vielen weiteren Stellen im Web findet sich eine Fülle an Ratschlägen, wie man Haiku besonders gut oder besonders schlecht schreiben kann. Statt das alles zu wiederholen, halte ich hier nur die mir wichtigsten drei Punkte fest:

  1. Lockerung der Zeilen- und Silbenvorgabe. Bis um die Jahrtausendwende galt für deutsche Haiku wie im Japanischen die starre Vorgabe 5-7-5 Silben. Da aber siebzehn Japanische Lauteinheiten dem Informationsgehalt von zehn bis vierzehn deutschen Silben entsprechen, passt die strenge Vorgabe auf Dauer nicht zum hiesigen Sprach-Rythmus. Deshalb hat es sich beim Großteil der geübten Haiku-Fans eingebürgert, ohne Verlust des Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als siebzehn Silben auszukommen.
  2. Lockerung inhaltlicher Vorgaben. Klassische Haiku-Definitionen verlangen einen Bezug zu Natur und Jahreszeiten. Zwar bietet diese Vorgabe viele Möglichkeiten, zugleich begrenzt sie unnötig die Auswahl an Themen unserer Zeit. Für wichtiger als diesen Naturbezug halte ich die Festlegung von Haiku auf einfache Momentaufnahmen, die ohne Belehrungen und Erklärungen auskommen.
  3. Interpretationsspielräume. Dem Gütesiegel ‚Haiku‘ gehorchen offene Texte, die für die Leser inhaltlich nachvollziehbar sind, obwohl sie nicht alles benennen und erklären und erst recht nicht werten und kommentieren. Die Leser sollen den Zusammenhang zwischen verschiedenen konkreten Bildern desselben Haikus selbst herstellen und den Text durch eigene Gedanken und Assoziationen vervollständigen können – so entfaltet das Haiku sich im Leser und ‚leuchtet‘.

Ratschläge für besonders heitere oder gar lustige Verse sind mir leider noch nicht begegnet. Dafür habe ich bei meinen Recherchen heute endlich mal über ein Haiku lachen können:

Zooausbruch bei Nacht 

Über den Zebrastreifen

schreitet ein Löwe

Bücher mit und über Haiku gibt es wie Sand am Meer. Belletristische Bücher, in denen Haiku eine besondere Rolle spielen, habe ich bisher aber nur zwei gefunden: In seinem Thriller „Stimmen der Angst“ spielt Bestseller-Autor Dean Koontz sehr lesenswert mit Sprache und ‚mörderischen Haiku‘. Mehr was für ‚Schöngeister‘ scheint laut Amazon-Kundenrezensionen Denis Thériaults Liebesroman „Siebzehn Silben für die Ewigkeit“ zu sein – schon gelesen?

Schreibanregung zur persönlichen Haiku-Sammlung: Nimm Stift und Kladde zur Hand, schreibe den Satz „Ich jetzt und hier …“ und lasse anschließend deine Gedanken dazu 5 Minuten lang ununterbrochen und wertfrei auf Papier fließen. Dein Stift schreibt und du schaust ihm zu und folgst dabei deinen Gedanken. Dann liest du deinen Text und unterstreichst alles, was dir darin besonders und wichtig erscheint. Anhand des Unterstrichenen bastelst du dir dein persönliches „Haiku des Tages“. Tägliche Übung macht dich sprachlich wendiger und fitter und beschert dir eine poetische Sammlung, die dir so viel mehr sagt und gibt als das, was da steht.

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Visuelle Poesie

Auf der Suche nach „avantgardistischen“ Schreibimpulsen bin ich neulich auf Eugen Gomringer und die konkrete Poesie gestoßen.

Auf der Treppe sitzend, mit Notebook auf dem Schoß, habe ich Gomringer-inspiriert ein wenig herum probiert. Mal wollten die Buchstaben hoch hinaus, mal ging es mehr abwärts, immer voll im kreativen Flow.

Die entstandenen ‚Treppengedichte‘ sind zwar mehr Design als Dichtung, aber – wer weiß – vielleicht und hoffentlich inspirieren sie manche Leser*in zu neuen Texten und Kreationen …  

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Lockdown-Glück

Tage mit uns
 
 Spazieren im Matsch
 Picknick im Bulli
 Schreiben am Morgen
 mit Zeitung am Tisch.
 Milchkaffee dampft 
 wie Aladins Lampe
 Brot weich vom Regen 
 schmeckt wie dies Gedicht.
 *
 Stunden mit uns
 mit segelnden Kissen
 kreischenden Kindern
 und bellendem Hund.
 Dehnen vorm Bildschirm
 mit Trainer aus Trier
 wie wir uns verrenken
 das hält uns gesund.
 *
 Tage mit dir,
 sind Tage mit uns
 alle so wertvoll
 Stunde um Stund.
 Wir haben uns,
 wir haben den Regen
 das Leben, die Liebe
 das alles sind wir.
 *
 Ich liebe
 die Tage
 mit dir.
 

  © Jo Francis                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

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